Dr. Nicole Ettl • Dr. Holger Wenz Msc.
Praxis für ästhetische Zahnheilkunde, Implantologie, Funktion und Umweltzahnmedizin
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Vollnarkose beim Zahnarzt

Zahnbehandlungen per Allgemeinanästhesie bei Angstpatienten und in speziellen Fällen im Raum München

Autor: Dr. med. dent. Nicole Ettl
letzte Aktualisierung: 10. Juni 2020

Oftmals ist eine Vollnarkose bei einer zahnärztlichen Behandlung nicht nur sinnvoll, sondern gar die einzige Möglichkeit, den Eingriff vorzunehmen. Um möglichst in einer einzelnen Sitzung unter Vollnarkose die Behandlung fertigzustellen, kommt es auf eine gute Planung durch den Zahnarzt und eine äußerst hohe Behandlungsqualität an. Unsere Zahnarztpraxen im Raum München und Starnberg sind auf Vollnarkosen spezialisiert. 

 

Vollnarkose: Was ist das?

Auch als Allgemeinanästhesie bekannt, führt die Vollnarkose den Patienten in einen künstlichen Tiefschlaf. Das Bewusstsein und das Schmerzempfinden werden dadurch vollständig ausgeschaltet. Mithilfe solch einer Allgemeinanästhesie bekommt der Patient nichts mehr von der Behandlung mit und verspürt keinerlei Schmerzen. Um eine Vollnarkose einzuleiten, verwendet und kombiniert der Anästhesist diverse Medikamente; der Patient wird durchgängig während der Narkose überwacht. Die Zahnbehandlung unter einer Vollnarkose kann auch von einem Zahnarzt durchgeführt werden.

 

Wann sollte eine Vollnarkose beim Zahnarzt eingesetzt werden?

Laut verschiedenen Umfragen verspüren an die 35% aller Patienten Angst vor dem Zahnarzt. An die 15% der Befragten leiden sogar unter einer Dentalphobie. Für diese Menschen ist eine normale Behandlung beim Zahnarzt schlicht unmöglich. Doch nicht nur bei solchen Angstpatienten kann die Vollnarkose zum Einsatz kommen. Auch bei komplexen Eingriffen, bestimmten Allergien oder beispielsweise der Extraktion von mehreren Weisheitszähnen kann die Allgemeinanästhesie sinnvoll sein.

 

Konkrete Anwendungsbeispiele

Es verschiedene Gründe, warum die Behandlung unter Vollnarkose beim Zahnarzt infrage kommt:

  • Langwierige, komplexe Eingriffe, die in einer einzelnen Sitzung stattfinden
  • Extraktion der Weisheitszähne
  • Serienextraktionen
  • Angstpatienten und Menschen mit einer Zahnarztphobie
  • Behandlung größerer Abszesse in der Mundhöhle
  • Menschen mit geistiger Behinderung oder auch Kinder, die eine zahnärztliche Behandlung verweigern
  • Patienten mit starkem Würgereflex
  • Patienten mit Vorerkrankungen, die beispielsweise das Stillhalten erschweren
  • Allergien auf Lokalanästhesien
  • Umfangreiche Im- oder Explantationen

Schließlich gibt es auch Patienten, die ohne spezifischen Grund eine Behandlung unter Vollnarkose vornehmen lassen möchten, um von dem Eingriff nichts mitzubekommen.

 

Typen der Vollnarkose

Es wird zwischen drei Arten der Vollnarkose unterschieden:

1. Die gängigste Form ist die balancierte Anästhesie. Dabei werden verschiedene Wirkstoffe miteinander kombiniert und per Inhalation sowie Injektion in die Vene verabreicht. Diese Vollnarkose kann auch zunächst nur per Atemmaske als Inhalationsanästhetikum eingesetzt werden; erst im Schlafzustand wird dann die Kanüle für das Injektionsanästhetikum gesetzt. Diese Methode findet oft bei Kindern Anwendung, um ihre Angst vor Spritzen zu umgehen.

2. Bei einer reinen Inhalationsnarkose werden die Narkotika ausschließlich über eine Maske eingeatmet und so über die Lunge aufgenommen. Diese Methode wird heutzutage nur noch in einigen speziellen Fällen verwendet.

3. Die total intravenöse Anästhesie (TIVA) wird ausschließlich über eine Kanüle intravenös verabreicht. Sie ist die modernste Art der Vollnarkose und bietet Patienten mehrere Vorteile: Geringstmögliche Nebenwirkungen, schnelles Aufwachen nach der Narkose und eine stark verkürzte Regenerationszeit.

Selbstverständlich hat jede dieser drei Methoden ihre Vor- und Nachteile. Daher muss die Wahl der richtigen Allgemeinanästhesie immer auf individueller Fallbasis getroffen werden. Dabei werden natürlich auch die Wünsche und Bedürfnisse des Patienten beachtet.

 

Beatmung

Da bei einer Vollnarkose der Patient in einen sehr tiefen „Schlaf“ fällt, muss eine künstliche Beatmung vorgenommen werden. Handelt es sich lediglich um eine kurze Narkose reicht hierfür eine Beatmungsmaske. Bei langwierigeren Eingriffen wird dagegen intubiert. Beide Vorgehensweisen sind ein heutiger Standard.

 

Ablauf der Narkose

Soll eine Vollnarkose vorgenommen werden, dann verläuft die Behandlung in vier Phasen: Das Vorgespräch, das Einschlafen, die Aufrechterhaltung; und schließlich das Aufwachen.

Das Anästhesie-Vorgespräch
Vor einer Vollnarkose findet grundsätzlich ein persönliches Vorgespräch in unseren Praxen im Raum München mit dem behandelnden Anästhesisten statt. Dieses Gespräch ist extrem wichtig; Patienten sollten in ihrem eigenen Interesse alle Fragen des Anästhesisten wahrheitsgemäß und exakt beantworten. In diesem Gespräch werden Risiken ausgeschlossen und die geeigneten Medikamente sowie die Art der Narkose gewählt. Die Dosis und genaue Kombination der Narkotika werden individuell angepasst, abgestimmt auf das Alter, Geschlecht, die allgemeine Konstitution, den Lebensstil sowie eventuell vorhandene Allergien und Vorerkrankungen des Patienten. In gesonderten Fällen kann es vorkommen, dass der Anästhesist auch ein EKG oder Blutbild verlangt.

Die Einschlafphase
Oft wird erst ein Beruhigungsmittel oder ein angstlösendes Mittel verabreicht, um die Einschlafphase einzuleiten. Diese Medikamente führen zu einer Art Vorab-Entspannung, die insbesondere Angstpatienten die Behandlung erleichtern kann. Die tatsächliche Vollnarkose wird anschließend durch ein starkes Schlafmittel herbeigeführt, wodurch der Patient in einen tiefen Schlaf fällt und vom Rest der Behandlung nichts mehr mitbekommt. Anschließend wird ein starkes Schmerzmittel und ein Medikament zur Muskelentspannung, also ein Muskel-Relaxans, verabreicht.

Die Erhaltungsphase
Der Patient wird künstlich beatmet, während der Zahnarzt die nötige Behandlung durchführt. Der Anästhesist überwacht dabei kontinuierlich und sekundengenau sämtliche Vitalparameter des Patienten. Er achtet auf die korrekte „Schlaftiefe“ und passt die Dosierung der Narkosemittel gegebenenfalls an.

Die Aufwachphase
Ist die Zahnbehandlung abgeschlossen, wird die Gabe der Anästhetika reduziert. Der Patient wacht nach einiger Zeit entspannt im Aufwachraum auf. Wie nach einem Tiefschlaf, kann der Patient sich nicht an den Eingriff erinnern. Nach einer kurzen Ruhezeit kann der Patient von einer Begleitperson nach Hause gebracht werden.

 

Bekannte Risiken und Nebenwirkungen der Vollnarkose

Bei gesunden Menschen liegen kaum signifikante Risiken einer Vollnarkose vor. Heute gilt die Allgemeinanästhesie als ein äußerst sicheres Verfahren. Umfassende Forschung und Umfragen zeigen, dass Zweifel ob der Sicherheit der Narkose absolut unbegründet sind. Im hohen Alter oder bei bestimmten Vorerkranken liegt das Risiko dagegen etwas höher. Genau diese Ausnahmefälle werden aber im Anästhesie-Vorgespräch abgeklärt.

  • Früher waren Übelkeit oder gar das Erbrechen nach dem Aufwachen ein bekanntes Phänomen. Diese PONV-Symptomatik („postoperative nausea and vomiting“) trat insbesondere bei der klassischen „Gasnarkose“ immer wieder auf. Da inzwischen aber die verwendeten Narkotika deutlich verbessert wurden und die Gabe zumindest teilweise intravenös erfolgt, sind derartige Nebenwirkungen selten geworden. Wird eine TIVA-Vollnarkose durchgeführt, treten weder Übelkeit noch Erbrechen überhaupt noch auf. In den wenigen Fällen, in denen es dennoch zu einer PONV-Symptomatik kommt, lässt sich diese gut durch Medikamente in den Griff kriegen.
  • Nach dem Aufwachen kann es zu Benommenheit, Schwindel, Müdigkeit und einem allgemeinen Schwächegefühl kommen. Treten diese Symptome überhaupt auf, verschwinden sie innerhalb eines Tages. Bei TIVA-Narkosen vergehen sie deutlich schneller.
  • Als Folge der Inkubation kann es zu Heiserkeit und Halsschmerzen kommen, da durch die Beatmung die Rachenschleimhaut etwas gereizt wird. Diese Beschwerden können ungefähr 48 Stunden nach dem Eingriff anhalten.
  • Ein sehr geringes Risiko ist die Aspiration: Mageninhalte können gelegentlich in die Luftröhre gelangen. Um dieses Risiko zu vermeiden, sollen Patienten mit nüchternem Magen erscheinen. Hierüber werden sie vorab tiefgehend informiert und die Zahnbehandlung wird entsprechend gut geplant. Der Einsatz einer sog. Larynxmaske senkt das Risiko der Aspiration zusätzlich.
  • Unter Umständen liegt eine Allergie vor, die zu Reaktionen auf bestimmte Narkotika führt. Derartige allergische Reaktionen können jedoch behandelt werden.
  • In einigen Fällen kann es dazu kommen, dass durch die nötige Intubation Schäden an den Zähnen entstehen. Insbesondere bei einer Narkose beim Zahnarzt, also beim „Fachmann“, kann dieses Risiko aber ausgeschlossen werden.

 

Kontraindikationen: Wann die Vollnarkose nicht durchgeführt werden kann

Unter bestimmten Umständen müssen wir von einer ambulanten Vollnarkose beim Zahnarzt abraten. Dazu zählen:

  • Schwangerschaft
  • Schwerwiegende Vorerkrankungen
  • Maligne Hyperthermie

Ausschließlich stationär kann die Vollnarkose stattfinden bei:

  • Kinder unter drei Jahren und mit einem Körpergewicht von weniger als 15kg
  • Body-Mass-Index geringer als 39

 

Welche Qualitätsunterschiede gibt es?

Jeder Anästhesist ist heute in der Lage eine sichere Vollnarkose durchzuführen. Dennoch gibt es Qualitätsunterschiede, die sich beispielsweise darin äußern, wie der Patient die Narkose an sich, das allgemeine Vorgehen und insbesondere das Aufwachen empfindet. Dafür sind die richtige Wahl der Wirkstoffe, die individuell angepasste Kombination der Medikamente, die geeignete Dosierung und schließlich die Methode der Vollnarkose relevant. Ein erfahrenes, eingespieltes Anästhesisten-Team bietet Patienten in der Regel das angenehmste Ergebnis.
Viel wichtiger ist jedoch die gute, verantwortungsvolle OP-Planung seitens des Zahnarztes. Das Ziel sollte grundsätzlich sein, die Behandlung innerhalb einer einzelnen Sitzung abzuschließen. Daher sollte der Eingriff nicht nur auf hohem Behandlungsniveau stattfinden, sondern auch mit Weitsicht geplant werden, um alle notwendigen Behandlungen in einer Sitzung vorzunehmen. So können weitere Termine gespart werden.

 

Alternativen zur Vollnarkose

Anstatt einer Vollnarkose können in der Zahnmedizin auch Lachgas, eine intraossäre Anästhesie oder die klassische Sedierung eingesetzt werden.

 

Preise

Nur in bestimmten Fällen kommen gesetzliche Krankenkassen für die Zahnbehandlung unter Vollnarkose auf. Die Kostenübernahme wird nur dann bewilligt, wenn die durchzuführende Zahnbehandlung eine kassenärztliche Zahnarztleistung ist und dabei eine Allgemeinanästhesie die einzige durchführbare Methode ist, die eine schmerzfreie Behandlung garantiert – also, wenn sie als medizinisch notwendig gilt. Das ist in folgenden Situationen gegeben:

  • Menschen mit schwerwiegenden Bewegungsstörungen
  • Patienten mit geistiger Behinderung sowie Kinder unter 12 Jahren, die eine zahnärztliche Behandlung verweigern
  • Angstpatienten, die an einer schweren Zahnarztphobie gemäß ICD-10 F40.2 leiden; eine entsprechende Diagnose durch einen Facharzt muss vorab erstellt werden
  • Umfangreiche und langwierige Eingriffe, bei der nur die Vollnarkose die Schmerzausschaltung sicherstellen kann
  • Bei nachweislichem Bestehen einer Allergie gegen übliche Lokalanästhetika

Einige privaten Krankenkassen übernehmen zumindest teilweise oder gar vollständig die Kosten einer Vollnarkose. Hier kommt es auf den individuellen Tarif an. Ähnliches gilt auch bei Zahnzusatzversicherungen.

Der Kostenpunkt der Vollnarkose ergibt sich aus der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) und richtet sich nach vier Faktoren: Art der Narkose, Wahl der Medikation(en), Dauer der Behandlung und der individuelle Befund. Meistens beginnen Preise für eine Vollnarkose bei € 250,- für die erste Stunde. Jede weitere Stunde kostet in der Regel zwischen € 80,- und € 120,-. Soll eine TIVA-Narkose durchgeführt werden, so kommt meist ein Aufschlag von ungefähr € 150,- hinzu. Die exakten Kosten können erst beim Anästhesie-Vorgespräch bestimmt werden. Grundsätzlich ist durch die bundeseinheitliche Regelung der GOÄ eine Vollnarkose beim Zahnarzt im Raum München nicht teurer als in anderen Städten.

 

Vorteile der WE Care Praxen

Unsre zahnmedizinischen Zahnarztpraxen in Berg bei Starnberg und Wolfratshausen bei München können mehrjährige Erfahrung mit zahnärztlichen Behandlungen unter Vollnarkose vorweisen. Bei uns erwartet Sie:

  • Mehr als zehn Jahre Erfahrung
  • Eine angenehme Atmosphäre
  • Ein eingespieltes Anästhesie-Team
  • Ein Zahnarzt-Team mit verschiedenen Spezialisierungen für die perfekte Behandlungsqualität
  • Tiefgründige, vorausschauende OP-Planungen, die stets das Ziel verfolgen, ein möglichst langanhaltendes Ergebnis in lediglich einer Behandlung zu erreichen
  • Faire Preise
  • Kostenlose Vollnarkosen für Patienten mit geistiger Behinderung per Intubationsnarkose
  • Intubation per Nasenzugang und/oder Larynxmaske
  • Inhalationsnarkosen, TIVAs und balancierte Vollnarkosen
  • Kindern unter drei Jahren und einem Körpergewicht unter 15 kg sowie Patienten mit einem BMI unter 39 bieten wir eine stationäre Vollnarkose in Kliniken
  • Spezialisierung auf Angstpatienten
  • Alternativen zur Vollnarkose: intraossäre Lokalanästhesie, Lachgas oder Sedierung

 

 

Zahnarzt Vollnarkose München, Starnberg & Wolfratshausen

 

 

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