Dr. Nicole Ettl • Dr. Holger Wenz Msc.
Praxis für ästhetische Zahnheilkunde, Implantologie, Funktion und Umweltzahnmedizin
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Parodontitis (Parodontose)

Die Parodontitis, im Volksmund auch Parodontose genannt, und bezeichnet die Erkrankung/Entzündung des Zahnhalteapparates. Es ist wichtig, dass diese frühzeitig erkannt wird um ein weiteres Voranschreiten dieser Krankheit zu vermeiden. In den meisten Fällen ist die Parodontitis für den Patienten schmerzlos und somit nicht weiter auffällig für ihn selbst und wird meistens somit erst bei einer Prophylaxesitzung diagnostiziert.

Parodontitis ist eine ernstzunehmende Erkrankung, da diese auch Mitverursacher anderer Krankheiten wie z.B. Diabetes, Frühgeburten, Schlaganfall uvm. sein kann. Unbehandelte Parodontitis kann im schlimmsten Fall zum Zahnverlust führen, da diese nach und nach auf den Kieferknochen übergeht und ihn zurück gehen lässt.

Die Behandlung einer Parodontitis erfolgt in der Regel unter lokaler Betäubung und ist heutzutage nicht mehr als eine „erweiterte Zahnreinigung“ in der die Wurzeloberflächen gereinigt und geglättet werden sodass sich Ihr Zahnfleisch wieder straffen und anlegen kann. In seltenen Fällen ist eine Parodontitistherapie chirurgisch (offenes Verfahren) zu behandeln. In unsere Zahnarztpraxen im Raum München und Starnberg hat die effektive Behandlung einer Parodontose einen wichtigen Stellenwert.

 

Symptome

Die Symptome einer Parodontitis sind vielfältig und je nach Verlauf und Stadium unterschiedlich stark ausgeprägt. Typische Krankheitszeichen sind:

  • Zahnfleischbluten
  • Gerötetes , geschwollenes Zahnfleisch
  • Zahnfleischrückgang
  • Mundgeruch (Fachbegriff: Halitosis)
  • Zahnfleischtaschen
  • Lockere Zähne (fortgeschrittenes Stadium)
  • Zahnfleischbeschwerden

Die hier dargestellten Symptome sind ein deutliches Warnzeichen. Bereits beim Auftreten eines der genannten Symptome sollten sie einen Zahnarzt aufsuchen um eine Parodontitis frühzeitig zu erkennen.

 

Ursachen der Parodontitis

Es gibt grundsätzlich 2 Arten von Parodontitis bzw. der Parodontose.

  1. marginale Parodontitis (vom Zahnfleisch ausgehend) – häufig
  2. apikale Parodontitis (von der Wurzelspitze ausgehend) – selten

Größtenteils ist die Parodontitis jedoch keine Folge von schlechter häuslicher Mundhygiene, sondern ein genetisches Problem oder auch Folge eines schlechten oder geschwächten Immunsystems.

Auch falsche Ernährung (saurer Bereich) kann eine Parodontitis zusammen mit anderen Faktoren auslösen. Zum Thema Ernährung im Bezug auf den Zahnhalteapparat beraten wir Sie ebenfalls gerne in einer Prophylaxesitzung.

 

Risikofaktoren

Nicht jeder entwickelt eine Parodontitis. Bestimmte Risikofaktoren können aber die Entstehung begünstigen.

Die Hauptrisikofaktoren sind:

  • Rauchen
  • Genetik
  • Bruxismus (Zähne knirschen)
  • Falsche Ernährung
  • Immunerkrankungen
  • Schlechte Zahnpflege
  • Diabetes

Eine Parodontitis kann zudem den Verlauf anderer Erkrankungen im Körper negativ beeinflussen. Umgekehrt können auch zahlreiche Erkrankungen des Körpers (z.B. Diabetes)  einen verstärkten Einfluss auf die Entwicklung der Parodontitis  haben. Zahlreiche wissenschaftliche Studien konnten inzwischen einen Zusammenhang zwischen einer Parodontitis und anderen Erkrankungen belegen.

 

Verlauf

Zu unterscheiden ist hierbei die chronische (häufigste Form)- von der aggressiven Parodontitis (seltene Form) .

Die chronische Parodontitis (Parodontose) verläuft und entsteht langsam. Sie weist in der Regel generelle Zahnfleischtaschen ohne einzelne massive Knocheneinbrüche auf.
Da sie oftmals nicht mit Schmerzen einhergeht, wird sie leider häufig erst sehr spät erkannt. Durch eine regelmäßige Prophylaxe (Zahnreinigung) kann eine Parodontitis frühzeitig durch Vermessen der Zahnfleischtaschen, mit einer speziell skalierten Sonde, diagnostiziert werden.

Eine aggressive Parodontitis entsteht im Gegensatz zur chronischen Parodontitis sehr schnell und schreitet sehr schnell voran. Oftmals sind hierfür aggressive Erregerkeime verantwortlich. Diese Keime lassen sich vor einer Parodontitistherapie mit einem speziellen Keimtest, welcher in einem Fremdlabor ausgewertet wird, feststellen (s. u. Diagnose).
Eine aggressive Parodontitis weist in den meisten Fällen nur lokalisierte Zahnfleischtaschen auf, welche dafür jedoch einen massiven Knochenabbau/Einbrüche aufweisen, dieses ist sehr gut auf einem Röntgenbild  zu sehen.


Phasen der chronischen Parodontitis:

Phase 1: Leichte bis mittlere Entzündung des Zahnfleisches

Phase 2: Verstärkte entzündliche Prozesse die auf den Zahnhalteapparat übergehen

Phase 3: Verstärkte Zahnfleischtaschenbildung mit Knochenabbau

Phase 4: Zahnlockerung durch verstärkten Knochenabbau

Phase 5: Zahnverlust

Der Verlauf der Parodontitis bzw. Parodotose ist zum Teil unterschiedlich stark ausgeprägt. Insbesondere bei Rauchern kann der Verlauf variieren, da Nikotin durch die Gefäßverengung Anfangssymptome, wie z.B. Zahnfleischbluten, unterdrücken kann.

 

Diagnose

Im Rahmen der Diagnostik wird der Gesamtzustand des Zahnfleisches, des Zahnhalteapparates und eine evtl. bereits bestehende Lockerung der Zähne sehr genau untersucht. Die Tiefe der Zahnfleischtaschen kann mit Hilfe von Parodontalsonden, welche eine genaue Skalierung haben, ermittelt werden. Durch eine Röntgenuntersuchung wird festgestellt, wie weit der Kieferknochen schon Schaden von der Parodontitis genommen hat.

Neben diesen Grunduntersuchungen können durch spezielle  Keimtests bestimmte Erregerkeime und deren Konzentration nachgewiesen werden. Diese Tests sind vor jeder Parodontitistherapie zu empfehlen, zur Erstellung eines optimalen Therapieplans.

Es gibt ein weites Spektrum an Tests bezüglich parodontaler Keime und wir werden die individuell für Sie passende Diagnostik für sie aussuchen.

 

Therapie – wie wird eine Parodontits behandelt?

Entsprechend dem Verlauf der Parodontitis, dem Grad der Symptomatik und dem akutem Stadium der Erkrankung erfolgt eine gezielte individuelle Behandlung. In unseren Praxen am Starnberger See und in Wolfratshausen bei München führen wir folgende Parodontitisbehandlungen durch:

  • Im ersten Schritt erfolgt grundsätzlich eine professionelle Zahnreinigung durch speziell   ausgebildetes Fachpersonal. Hierbei werden der Biofilm, Farbbeläge und Zahnsteinablagerungen oberhalb des Zahnfleisches entfernt.
  • Im zweiten Schritt erfolgt in der Regel die Aufnahme eines Parodontalplanes, um einen genauen Wert der Taschentiefen zu erhalten, hierzu werden alle Taschen mit Hilfe einer skalierten Sonde ermittelt und schriftlich festgehalten.
    Wenn gewünscht kann in dieser Sitzung auch ein Keimtest durchgeführt werden. Dieser Keimtest ist sehr zu empfehlen, denn somit können wir für Sie einen optimalen Therapieplan, ggf. mit Antibiotika oder alternativ mit speziell angemischten ätherischen Ölen erstellen.
  • Im dritten Schritt werden im Rahmen einer sogenannten geschlossenen Parodontitistherapie Zahnbeläge und Konkremente (Ablagerungen unterhalb des Zahnfleisches) entfernt.    

Zudem schulen wir sie intensiv wie sie bei einer Parodontitis die tägliche häusliche Zahnpflege optimieren sollten. Sie erhalten von uns dazu spezielle, individuelle Instruktionen. Wir empfehlen nach der Therapie generell die Verwendung von Parodontax Zahnpasta, zusätzlich ist das sogenannte „Öl ziehen“ mit kaltgepresstem Sesam- oder Sonnenblumenöl zu empfehlen.

Direkt nach der Behandlung legen wir nahe 5 Tage unterstützend zur besseren Regeneration Ihres Zahnfleisches mit einer speziell in der Apotheke angemischten Tinktur zu spülen. Nach ca. 3 Wochen wird der Erfolg dieser Maßnahmen kontrolliert.

Zusätzlich können auch spezielle antiseptische Gelantinechips zur unterstützenden Zahnfleischregeneration in tiefere Zahnfleischtaschen eingebracht werden. Durch homöopathische Mittel können wir ebenfalls Ihr Zahnfleisch und Immunsystem in der Regeneration unterstützen und stärken.

Für die erfolgreiche Therapie einer Parodontitis hat die häusliche Mitarbeit der Patienten einen sehr großen Stellenwert, insbesondere die konsequente Umsetzung der empfohlenen Maßnahmen und Instruktionen.

 

Prognose

Wird die Parodontitis rechtzeitig festgestellt und gezielt behandelt, kann sie in der Regel gestoppt und stabil gehalten werden. Zum Erhalt der Situation  ist eine regelmäßige professionelle Zahnreinigung notwendig, empfohlen wird ein Abstand der jeweiligen Reinigungen von ca. 4 Monaten.

 

Prävention

Die wichtigsten vorbeugenden Maßnahmen neben der korrekten häuslichen Pflege  um eine Parodontitis zu umgehen bzw. frühzeitig zu erkennen ist eine regelmäßige professionelle Zahnreinigung durch speziell ausgebildetes Fachpersonal. Im Normalfall empfiehlt sich diese 2x jährlich durchführen zu lassen. Bei Nachsorge einer Parodontitis sollte der Intervall bei mindestens 3x jährlich, besser 4x jährlich liegen.

Auch die allgemeine zahnärztliche Untersuchung sollte 2x jährlich erfolgen.

Werden diese Aspekte beachtet kann der Parodontitis sehr gut vorgebeugt werden. Die Prävention ist umso wichtiger bei Rauchern und Patienten, die einer der oben genannten Risikogruppen angehören.

 

Parodontitis Muenchen, Starnberg, Wolfratshausen - Parodontose

 

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