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Angstpatienten / Zahnarztangst

Zahnbehandlung bei einer Dentalphobie (Oralphobie)

Autor: Dr. med. dent. Nicole Ettl
letzte Aktualisierung: 04. Mai 2020

Mehr als fünf Millionen Menschen in Deutschland leiden unter der Angst vorm Zahnarzt. Um auch diesen Menschen eine Zahnarztbehandlung möglichst stressfrei zu ermöglich, kommt es neben dem Verständnis und dem Feingefühl des behandelnden Arztes auch auf ein breites Spektrum an verfügbaren Narkosen, einem hohen Qualitätsniveau und auf eine weitsichtige Behandlungsplanung an.

 

Was sind Angstpatienten?

Einige Menschen leiden unter einer teils stark ausgeprägten Zahnarztangst. Auch als Dentalphobie, Oralphobie oder Zahnarztphobie bekannt, verspüren solche Patienten – vereinfacht formuliert – Angst vor dem Besuch beim Zahnarzt. Wer also unter einer Zahnarztangst leidet, die den Besuch beim Zahnarzt beeinträchtigt – unabhängig davon, wie stark und in welcher Weise diese Angst ausgeprägt ist – der gilt als sogenannter „Angstpatient“.

Die Angst vor dem Zahnarzt ist keine Einbildung des Patienten. Es handelt sich hierbei vielmehr um eine gemäß dem ICD-10 anerkannte medizinische Erkrankung und wird unter F40.2 als spezifisch isolierte Phobie aufgeführt.

Die Zahnarztphobie tritt bedeutend häufiger auf als allgemein oft angenommen wird. Umfragen haben ergeben, dass ungefähr 35% aller Befragten eine leicht bis mittelstark ausgeprägte Dentalphobie haben. 15% der Befragten einer Studie des Instituts der Deutschen Zahnärzte (IDZ) litten sogar unter einer starken Zahnarztangst.

 

Was sind typische Anzeichen einer Dentalphobie?

Die meisten Patienten mit einer Zahnarztphobie sind sich ihrer Angst bewusst. Sie verspüren bei dem Thema „Zahnarzt“ meist ein schlechtes Gefühl. Angstpatienten haben verschiedene Abwehrmechanismen: Sie verleugnen oder verdrängen ihre Angst und meiden bei einer starken Ausprägung der Phobie Zahnarztpraxen mit Begründungen wie „Zahnärzte sind ohnehin nur auf Geld aus“.

Oft lassen sich auch psychosomatische Symptome erkennen, die auf eine Dentalphobie hinweisen. Hierzu zählen beispielsweise Atemnot, Schweißausbrüche, Zittern, Schlafstörungen oder auch Würge-Reflexe. In manchen Fällen können diese Beschwerden so stark sein, dass sie eine zahnärztliche Behandlung unter normalen Umständen unmöglich machen.

 

Ursachen der Zahnarztangst

Es ist leider nicht eindeutig geklärt, warum einige Menschen unter einer Zahnarztangst leiden. Die Phobie scheint jedoch durch traumatische Ereignisse, die Erziehung und sogar die genetische Veranlagung begünstigt zu werden. Auch die Methoden der Zahnärzte können ein wichtiger Faktor sein.

So wurden beispielsweise bis in die Mitte der 80er-Jahre Kinder oft ohne Narkose oder lokale Betäubung einer zahnärztlichen Behandlung unterzogen. Genau diese Generation an Patienten weist einen erstaunlich hohen Anteil an Angstpatienten vor, der somit eventuell auf die traumatischen Erlebnisse beim Zahnarzt während der Kindheit zurückgeführt werden kann.

 

Risiken der Dentalphobie

Das Hauptproblem einer Zahnarztangst ist, dass Betroffene tendenziell seltener zum Zahnarzt gehen. So werden notwendige Zahnarztbesuche immer weiter aufgeschoben, teils über viele Jahre hinweg. Dadurch können Zähne aufgrund mangelnder Behandlung irreparabel geschädigt werden – es droht unter Umständen sogar der Zahnverlust mehrerer Zähne.

Auch hat die ganzheitliche Zahnheilkunde ergeben, dass lang andauernde Erkrankungen im Mund- und Kieferbereich auch viele Folgeerkrankungen in anderen Körperbereichen auslösen kann.

 

Wie gehe ich mit der Phobie um?

Möglicherweise sind Sie sich selbst der Tatsache bereits bewusst, dass der nächste Zahnarzttermin eigentlich dringend ansteht; der Gedanke daran bereitet Ihnen jedoch Angst. Vielleicht lesen Sie diesen Artikel auch, weil Sie eine betroffene Person kennen und ihr helfen möchten. Folgende Tipps können wir Angstpatienten aufgrund unserer langjährigen Erfahrung mitgeben:

  • Niemand ist mit seiner Dentalphobie allein. Allein in Deutschland sind Millionen Menschen davon betroffen. In den meisten Fällen kann diesen Patienten wirklich geholfen werden.
  • Die Zahnarztangst ist offiziell als medizinische Erkrankung anerkannt. Sie brauchen sich also nicht für Ihre Angst zu schämen. Vielmehr sollten Sie einen Zahnarzt wählen, der Erfahrung mit der Behandlung von Angstpatient hat – hier werden Sie ernst genommen.
  • Sie selbst bestimmen das Tempo, mit dem Sie und wir gemeinsam die Zahnarztangst angehen.
  • Seien Sie ehrlich und sprechen Sie mit einer Vertrauensperson über Ihre Angst.
  • Suchen Sie den Austausch: Im Internet gibt es verschiedene Foren für Angstpatienten, die den Austausch von Erfahrungen ermöglichen.
  • Nehmen Sie zunächst nur telefonisch mit der Zahnarztpraxis Ihrer Wahl Kontakt auf. Achten Sie darauf, dass diese Praxis auf die Behandlung von Angstpatienten spezialisiert ist. Erst wenn Sie ein gutes Gefühl haben vereinbaren Sie einen ersten, unverbindlichen Termin. So behalten Sie stets die Kontrolle.
  • Bei vielen Phobien haben eine gesunde Ernährung und lange Spaziergänge einen positiven Effekt
  • Auch Meditation, Yoga, autogenes Training und viele weitere Übungen können bei der Entspannung helfen und angstlösend wirken
  • Suchen Sie im „Worst-Case“ die Unterstützung eines professionellen Therapeuten

 

Das 3-Stufen-Konzept zur Behandlung von Angstpatienten

Wir haben bei der Behandlung von Patienten mit ausgeprägter Zahnarztangst in unseren Praxen sehr positive Erfahrung mit einem 3-Stufen-Modell gemacht. Dieses stufenweise Behandlungskonzept hat in der Vergangenheit bereits oft gezeigt, dass sich die Dentalphobie des Patienten verringert. Die Behandlung läuft im Zuge mehrerer Schritte ab:

1. Unverbindlicher Beratungstermin: Diese Beratung findet im besten Fall vor Ort, jedoch in einem neutralen Raum statt. Sie als Patient sollten bereits hier den behandelnden Arzt persönlich kennenlernen, um Vertrauen zu ihm oder ihr aufbauen zu können. Im Rahmen dieses Termins wird ein gemeinsamer Plan erarbeitet, wie die Zahnbehandlung möglichst stressfrei für Sie als Angstpatient gestaltet werden kann.

2. Voruntersuchung und Diagnose: Der zweite Termin dient dazu, die notwendigen Voruntersuchungen abzuschließen. Hier wird also noch keine Behandlung vorgenommen, sondern lediglich der „Status Quo“ ermittelt. So wissen Sie, welche Art der Zahnarztbehandlung überhaupt gemacht werden muss.

3. Zahnbehandlung: Erst beim dritten Termin erfolgen die nötigen Behandlungen. Auf Ihren Wunsch hin können hier eine spezielle Betäubung, eine Vollnarkose, eine Sedierung oder Lachgas zum Einsatz kommen. Wird eine Vollnarkose verwendet, haben wir bereits mehrfach ein besonderes Phänomen beobachtet: Die Zahnarztangst wird massiv reduziert oder verliert sich sogar völlig. Dies lässt sich im Sinne der psychologischen Verhaltenstherapie damit erklären, dass Ängste durch bestimmte Methoden auch wieder verlernt werden können.

Natürlich ist dieses Behandlungskonzept flexibel und kann auf die Stärke Ihrer Dentalphobie angepasst werden. Das Grundprinzip bleibt jedoch immer gleich: Sie behalten die Kontrolle und bestimmen das Tempo, mit dem wir vorgehen.

 

Anästhesie bei Dentalphobie

Angstpatienten leiden entweder unter einer generellen Angst vor dem Zahnarzt oder spezifisch unter einer Angst vor eventuell auftretenden Schmerzen während der Behandlung. Im schlimmsten Fall liegen beide Ausprägungen vor. Um also die Stresssituation der Zahnarztbehandlung zu mildern, kommt es auf die Wahl der richtigen Anästhesie für den individuellen Patienten an.

Lachgas

Die Lachgasbehandlung ist sehr schonend und kann auch dann eingesetzt werden, wenn der Patient unter einer Spritzenphobie leidet. Die Betäubung ist absolut schmerzfrei und hat keine nennenswerten Nebenwirkungen. Patienten können nach der Behandlung sogar sofort wieder mit dem Auto fahren.

Intraossäre Anästhesie

Leider kann eine zahnärztliche Behandlung manchmal trotz einer örtlichen Betäubung schmerzen. Das löst für viele Patienten beim Gedanken an den nächsten Zahnarzttermin bereits ein ungutes Gefühl aus – für Angstpatienten ist dies natürlich deutlich schlimmer. Bezieht sich die Dentalphobie in erster Linie auf die Schmerzen einer Zahnarztbehandlung, dann kann die sogenannte intraossäre Anästhesie Abhilfe schaffen. Dabei wird ein Lokalanästhetikum in der Region der Zahnwurzel(n) der zu behandelnden Zähne injiziert und garantiert so ein absolut schmerzfreie Behandlung.

Sedierung

Die klassische Sedierung ist bereits deutlich umfangreicher. Mithilfe diverser Medikamente wird der Patient in einen Dämmerschlaf mit traumhafter Wirkung versetzt. So kann nicht nur ein schmerzfreier Eingriff garantiert werden, sondern Patienten bekommen kaum noch etwas von der Behandlung mit.

Vollnarkose

Insbesondere bei Angstpatienten mit einer sehr stark ausgeprägten Zahnarztphobie empfehlen wir die Vollnarkose. Bei dieser Methode bekommen sie generell nichts mehr von der Behandlung mit, sondern wachen nach dem Abschluss des Eingriffs entspannt aus dem Tiefschlaf auf.

Die Wahl der richtigen Anästhesie hängt also sowohl von der Intensität und der Ausprägung der Dentalphobie als auch Ihren persönlichen Wünschen ab. Sie entscheiden, wie Sie die Behandlung angehen wollen.

 

Die Wahl der richtigen Zahnarztpraxis

Der erste Schritt zum richtigen Umgang mit der Dentalphobie ist die Wahl einer geeigneten Zahnarztpraxis. Leider gibt es keine rein objektiven Kriterien, an denen man diese Wahl festmachen kann. Vielmehr kommt es darauf an, wie Sie sich mit der jeweiligen Praxis fühlen. Es gibt aber einige Tipps, die eine Entscheidung erleichtern können:

  • Wie fühlen Sie sich in der Praxis? Können Sie bereits beim ersten Anruf Vertrauen zu der Praxis und den Mitarbeitern fassen?
  • Geht man auf Ihre Zahnarztangst ein? Wird Ihnen beispielsweise ein zeitnaher, unverbindlicher Beratungstermin angeboten?
  • Besitzt die Praxis langjährige Erfahrung im Umgang mit Angstpatienten?
  • Fühlen Sie sich bei dem behandelnden Zahnarzt in guten Händen? Fühlen Sie sich von ihm ernst genommen?
  • Verfügt die Praxis über ein Ärzteteam und ist der behandelnde Zahnarzt auf diverse Eingriffe spezialisiert?
  • Nimmt man sich genügend Zeit für Sie und Ihre Bedürfnisse?
  • Werden Sie zur Behandlung gedrängt?
  • Wie lange müssen Sie im Wartezimmer sitzen? Wer auf die Behandlung von Angstpatienten spezialisiert ist, wird stets versuchen, lange Wartezeiten für den Patienten zu vermeiden – bereits Warten kann eine Stresssituation darstellen.
  • Welche Anästhesien und Vollnarkosen bietet die Zahnarztpraxis?

 

Die relevanten Qualitätsunterschiede

Generell gibt es gravierende Qualitätsunterschiede bei Zahnärzten; bei der Behandlung von Angstpatienten fallen diese Unterschiede noch deutlicher aus. Zwar werben einige Ärzte mit Erfahrung im Umgang mit Dentalphobie, leider sind sie deswegen noch lange nicht wirklich auf derartige Fälle spezialisiert. Die Zahnarztpraxis Ihrer Wahl sollte sich die nötige Zeit für Sie nehmen und Sie zu keiner Behandlung drängen. Sie als Patient müssen sich dort wohlfühlen.

Auch empfiehlt sich ein kleinschrittiges Behandlungsmodell, das auf Ihr Tempo individuell angepasst wird. Ein breites Spektrum an Anästhesien und Vollnarkosen sowie das dazugehörige eingespielte Anästhesie-Team sind das A&O für Angstpatienten.

Um eine hohe Behandlungsqualität zu garantieren, empfehlen sich Praxen mit einem Ärzteteam und verschiedenen Behandlungsschwerpunkten. Das vereinfacht es, möglichst innerhalb einer einzelnen Behandlung alle nötigen Arbeiten vorzunehmen und so zusätzliche Gänge zum Zahnarzt für Sie zu vermeiden. Somit kommt es auch auf eine detaillierte und weitsichtige Behandlungsplanung an.

 

Methoden zur Stressminderung

Es kann empfehlenswert sein, eine begleitende Psychotherapie in Anspruch zu nehmen. Insbesondere bei schweren Ausprägungen der Dentalphobie kann eine derartige therapeutische Intervention eine anstehende Behandlung erleichtern. Eben wie die Wahl der Praxis sollte auch die Wahl des Psychotherapeuten mit Bedacht getroffen werden: Das Verhältnis zwischen Patient und Therapeut muss passen. Idealerweise hat der Psychotherapeut ebenfalls langjährige Erfahrung mit Angstpatienten.

Studien haben ergeben, dass die Behandlung der Zahnarztangst gute Aussichten hat. Die Symptome der Dentalphobie lassen sich auch gut durch verschiedene Entspannungsmethoden verringern. Verschiedene Angstpatienten haben beispielsweise gute Erfahrungen gemacht mit Meditation, Yoga, Biofeedback, autogenem Training oder der progressiven Muskelrelaxation nach Jacobson (kurz: PMR).

 

Kostenpunkt

Die Kosten einer zahnärztlichen Behandlung von Angstpatienten errechnen sich sowohl aus dem Aufwand für die jeweilige Behandlung als auch durch die gewählte Anästhesie. Weitere Zusatzkosten gibt es nicht. Die Preise für die eigentliche Zahnbehandlung gehen aus den gesetzlichen Bestimmungen vor. Der Kostenpunkt für die Anästhesie ist abhängig vom individuellen Befund, der gewählten Methode und der Dauer der Betäubung. Weitere Informationen hierzu finden Sie in unseren Beiträgen zu den verschiedenen Anästhesie-Methoden.

Gesetzliche Krankenkassen übernehmen in bestimmten Fällen die anfallenden Anästhesie-Kosten bei Dentalphobie, sofern ein entsprechendes psychiatrisches Attest vorliegt. Auch muss die geplante zahnmedizinische Behandlung notwendig sein und eine kassenärztliche Leistung sein. Sind Sie privat versichert oder haben sie eine Zahnzusatzversicherung, dann kommt es auf den individuellen Versicherungstarif an.

 

Die Vorteile der WE Care Zahnarztpraxen

Bereits seit vielen Jahren sind unsere Praxen im Großraum München auf die Behandlung von Patienten mit einer Zahnarztangst spezialisiert. Bei uns erwartet Sie:

  • Mehr als zehn Jahre Erfahrung im Umgang mit Angstpatienten
  • Einfühlsame, unverbindliche Beratungen in angenehmer Atmosphäre
  • Ein freundliches Team
  • Breites Anästhesie-Spektrum: Sedierung, Vollnarkose, Lachgas, intraossäre Anästhesie
  • Ein eingespieltes Team von Anästhesisten
  • Vollnarkosen für Kinder
  • TIVAs und Intubations-Vollnarkosen
  • Optimale, weitsichtige Behandlungsplanung
  • Verschiedene Behandlungsschwerpunkte und ein erfahrenes Zahnärzteteam
  • Faire, transparente Konditionen und Ratenzahlungen

 

 

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